Der Meuselbacher Meteorit
Am Abend des 19. Mai 1897 ging im direkten Umfeld des Ortes Meuselbach im heutigen Landkreis Ilmenau ein Meteorit nieder. Zahlreiche Augen- und Ohrenzeugen machen ihn zu einem der rund 40 in Deutschland beobachteten Meteoritenfälle. Bereits kurz nach dem Fall konnte der Meteorit geborgen und von dem umsichtigen Pfarrer des Ortes, F.W. Paul Drescher, in Verwahrung genommen werden. Das Fürstlichen Naturalienkabinett in Rudolstadt erhielt das Vorkaufsrecht, vom dem es Gebrauch machte.
In den 1950er und 2000er Jahren wurde der Meteorit eingehend untersucht. Dadurch wissen wir heute, dass es sich um einen sogenannten Gewöhnlichen Chondriten handelt. Chondrite sind Steinmeteorite, die nach den in ihnen enthalten Chondren (aus dem griechischen = Graupe, Korn), silikatischen Kügelchen verschiedener Zusammensetzung, benannt sind. Diese Kügelchen stammen aus der Frühphase des Sonnensystems und stehen vermutlich mit der Planetenbildung in unmittelbarer Beziehung. Sie sind damit geringfügig älter als die Erde (rund 4,54 Milliarden Jahre) selbst. Seit ihrer Entstehung haben sich die Chondrite kaum verändert und sind damit für Wissenschaftler, die sich mit der Entstehung des Sonnensystems beschäftigen, von großer Bedeutung.